Für ihren eingereichten Beitrag beim bundesweiten Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „Alle für eine Welt für alle“ reiste eine Delegation des Lateinkurses der Jahrgangsstufe 9 am 18. Juni 2024 zur Preisverleihung nach Berlin reisen. 

Ausgehend von der Geschichte des Flüchtlings Aeneas („profugus“ bzw. „Expatriate“) aus der Antike, der seine Gefährt:innen nach Latium (Italien) führt, beschäftigte sich die Projektgruppe eingehend mit den Themen „Glück“, „Schicksal“ und „Resilienz“. Ein Foto von Mehmet Aslan aus der Ausstellung „Die unsichtbaren Kämpfe“, die von Oktober bis Dezember 2023 im Gustav Lübcke-Museum zu sehen war, gab entscheidende Impulse zur Weiterarbeit: Auf dem Foto trägt der auf Krücken gestützte Vater Munzir seinen lachenden Sohn Mustafa, der ohne Gliedmaßen geboren wurde, auf dem Rücken und verweist zurück auf die 3000 Jahre zurückliegende Fluchtgeschichte des Aeneas, der seinen gelähmten Vater trug.

Letztlich entstand ein Podcast-Projekt mit dem Titel „Glück und Wohlergehen für alle: Flucht und Resilienz. Planung, Organisation und Materialerstellung zu einer Schulausstellung: ‚Die unsichtbaren Kämpfe. Porträts von Geflüchteten und ihre Geschichten.‘“ Ziel war es in erster Linie, für Fluchtgeschichten zu sensibilisieren und einen Raum zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Fluchtgeschichten und -erfahrungen zu schaffen.

Die Schüler:innen arbeiteten begleitet von ihrer Lateinlehrerin Anja Hogrebe im Unterricht, erstellten umfangreiches Hintergrundmaterial und in Zusammenarbeit mit dem DRK Hamm über Frau Sevcan Yüksek sowie der dortigen Abteilung für Migrationsberatung (Frau Jennifer Dechert) gelang es dann, die Fotoausstellung ins Elefantenfoyer der Schule zu bekommen.  Bei der Realisierung des Projektes wurde die Schule von der Stadtdruckerei unterstützt.

In der Begründung der Jury zum Beitrag des MGH heißt es:

“Besonders sticht die die enorme Transferleistung der Schüler*innen hervor. Überdies zeigt dieser Beitrag vorbildhaft, wie der Lateinunterricht Jugendliche dazu befähigen kann, sich intensiv und kritisch mit aktuellen globalen Herausforderungen zu beschäftigen.”

Insgesamt waren 573 Beiträge eingereicht worden, darunter Musik- und Theaterstücke, Videobeiträge, Podcasts und Zeitungen, ebenso wie Gesellschaftsspiele, Kalender, Plakate und digitale Arbeiten. Mindestens genauso vielfältig wie die Beitragsformen war die Bandbreite der bearbeiteten Themen, die von Ungleichheiten und sozialer Gerechtigkeit über Flucht und Migration bis hin zu nachhaltiger Stadtentwicklung sowie Klima- und Ressourcenschutz reichte. Die Schülerinnen und Schüler des MGH landeten in ihrer Kategorie auf dem mit 1.000 Euro dotierten zweiten Platz.

Information zum Wettbewerb:

Der Schulwettbewerb ist ein Programm unter dem Dach der Engagement Global gGmbH im Auftrag des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Schirmherr des Wettbewerbs ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das Thema der aktuellen Runde war: „Globaler Kurswechsel: Sei du selbst die Veränderung!“)